Musikalischer Bittgottesdienst für die Ukraine

Geschrieben von Rainer Klemke am . Veröffentlicht in Aktuelles

Zahlreiche Bürger*innen aus der Gemeinde Schorfheide feierten am 20. März einen Bittgottesdienst in der Immanuelkirche in Groß Schönebeck. Übersetzt ins Ukranische von Alina Matthies, die mit ihrem Mann in Zerpenschleuse die dort untergebrachten ukranischen Flüchtlinge betreut, führte Pfarrerin Sabine Müller durch die Veranstaltung, an der auch 12 Geflüchtete teilnahmen, die auf dem Traditionsbauernhof von Jürgen Bohm untergebracht sind. Ortsvorsteher Andreas Zeidler hieß die Ukrainerinnen Und Ukrainer willkommen und dankte Jürgen Bohm und Gert Schüler, Familie Grete aus der Mühlenstraße (die eine fünfköpfige Familie aufgenommen haben), dem Gut Sarnow und allen Helfern und Unterstützern, die Spenden und Sachspenden sammeln.

Solche Spenden können Mittwochs von 17 bis 18 Uhr und Sonnabends von 11 - 13 in den ehemaligen Räumen der TAFEL neben dem Bauhoif in der Ernst-Thälmannstr. abgegeben werden, von wo aus die verpackt über Lobethal an die ukranishce Grenze gebracht werden. Ebenfalls sammeltman in der Alten Joachimsthaler Str. 3 Sachspenden (wie haltbare Lebensmittel und Hygieneprodukte, Tiernahrung und Verbandszeug und Medizin) die auch driekt an die Grenze ausgeliefert werden.

Ron Randolf und Gert Schüler sangen Friedenslieder von George Harrison, und Udo Lindenberg

In der Predigt ging Sabimne Müller auf die aktuelle Situation ein:

 

"Es ist Passionszeit. Zeit vor Ostern. 7 Wochen, die viele Menschen nutzen, um zu verzichten, bewusster zu leben: keine Schokolade, keinen Alkohol, weniger Medienkonsum…was auch immer. Wie luxuriös uns das im Moment erscheint….und auch wie unwichtig.

Passion heißt Leiden. Und wer hätte gedacht, wie wörtlich Menschen dies in diesen Wochen erleben müssen: aufs Schlimmste leidend. Im Krieg, in Angst und Schrecken, auf der Flucht, frierend, hungernd, verletzt, sterbend. Auch unter uns sind Menschen, die dies erleben mussten. Jetzt sind sie hier, bleiben oder ziehen weiter…

Der Krieg in der Ukraine rüttelt uns in besonderer Weise auf. Nicht nur, weil er geographisch näher ist. Sondern weil wir erleben müssen, dass eine Weltordnung, die wir fest verankert glaubten, ins Wanken gerät. Das Sicherheiten fallen. Dass eine gemeinsame Ethik, Vereinbarungen, Verträge, friedliche Nachbarschaften aufgekündigt werden. Mit ungewissem Ausgang.

Und es fehlen die Worte. Zu sehen, welche Kriegsverbrechen tagtäglich begangen werden, bricht einem das Herz. Wir fühlen und hilflos, erschrocken… wie wird es weiter gehen?

Wachet und betet! Sagt Jesus im Angesicht seines Leidens, seines nahen Todes. Wachet und betet.

Doch die Jünger schlafen ein. Haben sie, haben wir, nicht genug gewacht? Haben wir den Frieden zu selbstverständlich genommen? Haben wir längst aufgehört über den Tellerrand zu schauen, weil wir nur noch uns, unseren Wohlstand, unsere Zufriedenheit, unsere Bedürfnisse sehen? Unser Mehl, unser Sonnenblumenöl? Haben wir längst aufgehört an Frieden in der Welt zu glauben und uns dafür einzusetzen?

Es geht jetzt nicht um uns. Erst einmal gilt unser Mitgefühl den Opfern. Den Flüchtlingen, die der Teil der wahrscheinlich größten Flüchtlingswelle seit dem 2. Weltkrieg sein werden. Ihnen gilt unsere Hilfe. Und die Hilfsbereitschaft ist groß, das ist gut zu sehen und zu hören. Wir können die Kräfte bündeln: die Kommune, Vereine, Paten, Gastgeber, Engagierte die gemeinsam überlegen: wo und wie kann geholfen und unterstützt werden.

Dazu brauchen wir Kraft und Hoffnung und den Glauben daran, dass Menschlichkeit einen Sinn macht, dass Vernunft siegen wird und nicht die zerstörerischen Kräfte unsere Weltordnung bestimmen, dass der Krieg ein Ende finden wird, ein Ende das den Namen FRIEDEN trägt. Selig sind die Frieden stiften….sie werden Gottes Kinder heißen."

Im Anschluss wurden für die Unterstützung der Flüchtlinge  670 € gesammelt und vor der Kirche gemeinsam Marlene Dietrichs Lied "Sag mir, wo die Blumen sind" gesungen.

Spenden für die Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge können auch steuerlich absetzbar auch auf das Konto des Bürgervereins unter dem Stichwort "Flüchtlinghilfe" eingezahlt werden. Diese Mittel werden zur Unterstützung der Flüchtlinge hier in der Schorfheide eingesetzt.

 

Bürgerverein Groß Schönebeck/Schorfheide e.V.
IBAN: DE45 1705 2000 0940 0048 28 BIC: WELADED1GZE

 


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